Mit nur gerade 51,6% konnte die Volksabstimmung zum Schweizer Freihandelsabkommen (FHA) mit Indonesien gewonnen werden. Obwohl das Referendum damals im Jahr 2020 nur vom kleinen Bauernverband Uniterre ergriffen worden ist, verfingen die Argumente der Referendums-Unterstützer aus SPS und GPS bei vielen Abstimmenden: Der Freihandel schade Indonesien, wirtschafte zu wenig nachhaltig, das Land sei korrupt und sowieso nicht verlässlich.
Argumente, die sich im Nachhinein in Luft auflösten. Und die vor allem auf geradezu paternalistische Weise den politischen Beschluss der drittgrössten Demokratie der Welt zu übersteuern versuchten. Denn offenbar war Indonesien nicht der Meinung, dass das FHA schade, sondern im Gegenteil, dass es das Land voranbringe.
Nun sind weitere, wichtige Schweizer Freihandelsabkommen in der Pipeline: Jenes mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten – ihr FHA mit der EU tritt voraussichtlich im Mai in Kraft -, eines mit Malaysia, mit Thailand, mit Vietnam.
Mit der nun anlaufenden Kampagne will Swissmem die Sicht der neuen Partnerländer und die generellen Vorteile des freien Handels stärker und frühzeitig in der öffentlichen Diskussion lancieren.
«In der knapp gewonnenen Abstimmung zum FHA Indonesien zeigte sich, dass wir nicht alle Stimmbürgerinnen und Stimmbürger überzeugen konnten. Das Narrativ von der «Ausnutzung» der Partnerstaaten verfing.»
Swissmem-Direktor Stefan Brupbacher
Dieser Missinterpretation eines Freihandelsabkommens, zu Ungunsten auch der Partnerländer, will die neue Swissmem-Kampagne früh entgegentreten: Beim Freihandel geht es nicht nur um Zölle, sondern um Perspektiven für Menschen, um Stabilität, Zugang zu sauberer Technologie und um Wohlstand. Auf beiden Seiten. Die Kampagne zeigt: Freihandel nützt bei weitem nicht nur exportierenden Unternehmen, sondern ganzen Gesellschaften.
Hier setzen die Claims der Kampagne an: «Freihandel schafft Chancen», «Freihandel schafft Perspektiven», «Freihandel schafft Wissen», um nur einige zu nennen. Wenn Schweizer Unternehmen Fachkräfte ausbilden, Wissen weitergeben und lokale Beschäftigung fördern, entsteht mehr als ein Absatzmarkt: Es entstehen Chancen. Wenn Zölle auf Umwelttechnologien sinken, werden effizientere Anlagen erschwinglicher und sauberere Produktionsweisen realistischer. Wenn Abkommen Planungs- und Investitionssicherheit schaffen, profitieren nicht nur Konzerne, sondern auch KMU vor Ort, Zulieferer und ganze Regionen.
Gerade aus Sicht der Schweizer Tech-Industrie lässt sich glaubwürdig darlegen, warum Freihandel die Welt offener, vernetzter und für viele Menschen auch besser machen kann.