Status Handelsbeziehung
Freihandelsabkommen unterzeichnet am 23. Juni 2025,
laufende Ratifizierung
Handelserleichterung
weitgehender, sofortiger oder zeitlich etappierter Wegfall der Einfuhrzölle auf alle Industrie-produkte
Exporte der Tech-Industrie 2025
449 Mio. CHF
Vertragspartner
EFTA (Schweiz) Malaysia
Aktualität
Ratifizierung durch das Schweizer Parlament voraussichtlich im Sommer 2026 und anschliessendes Inkrafttreten, wenn kein Referendum ergriffen wird
Das Freihandelsabkommen zwischen der EFTA und Malaysia wurde am 23. Juni 2025 unterzeichnet. Bevor es in Kraft treten kann, muss es von den Parlamenten aller EFTA-Staaten sowie in Malaysia ratifiziert werden. In der Schweiz hat die parlamentarische Beratung in der Frühjahressession 2026 begonnen und wird voraussichtlich im Sommer 2026 abgeschlossen. Der Ständerat hat dem Abkommen als Erstrat bereits zugestimmt. Nach der Zustimmung des Parlaments unterliegt das Abkommen dem fakultativen Referendum.
Ein verlässlicher Wirtschaftspartner in Südostasien
Malaysia zählt zu den wichtigsten Volkswirtschaften Südostasiens und gilt als echte Handelsnation. Mit 35 Millionen Einwohnern, einer diversifizierten Wirtschaft und starker Integration in den Welthandel ist das Land ein bedeutender Akteur in der Region. Malaysia gilt unter anderem als zentral für die Herstellung von Halbleitern, elektronischen Erzeugnissen und Solarpanels. Die malaysische Wirtschaft fand nach dem pandemiebedingten Einbruch der Wirtschaft 2020 (-5,5 Prozent) bereits 2021 wieder auf den Wachstumspfad zurück und wuchs 2022 um bemerkenswerte 8,7 Prozent. Der Aufschwung wurde vom angestiegenen privaten Konsum und der starken Auslandsnachfrage nach Industriegütern und Rohstoffen getragen.
«Nachdem ich sechs Jahre in Malaysia gearbeitet habe, habe ich ein äusserst unterstützendes, offenes und wirtschaftsfreundliches Umfeld erlebt, ergänzt durch die Herzlichkeit und Freundlichkeit der Menschen.
Obwohl der Binnenmarkt von moderater Grösse ist, bietet Malaysia eine ausgezeichnete, multikulturelle und politisch stabile Basis für Produktion und Exporte nach Südostasien.
Die Arbeitskräfte sind gut ausgebildet und grösstenteils englischsprachig. Ein starkes, langjährig etabliertes und kooperatives Netzwerk von fast 170 Schweizer Unternehmen stärkt das Geschäftsumfeld zusätzlich.»
Konkrete Auswirkungen fĂĽr die Tech-Industrie
Aufgrund des sehr zielgerichteten und realitätsnahen Abbaus von Handelshemmnissen ist davon auszugehen, dass das Freihandelsabkommen nach Inkrafttreten eine spürbare Veränderung bringt:
✔️ Die allermeisten Produkte der Tech-Industrie werden künftig vollumfänglich zollbefreit.
✔️ Beim Inkrafttreten erhalten 94 Prozent der Schweizer Exporte nach Malaysia sofort Zollfreiheit, weitere 6 Prozent folgen gestaffelt innerhalb von zehn Jahren.
✔️ Ebenfalls sind die Ursprungsregeln vorteilhaft ausgestaltet. Sie tragen der Einbettung der Schweizer Tech-Industrie in globale Wertschöpfungsketten Rechnung.
✔️ Für viele typische Industrieprodukte – insbesondere in den Kapiteln 84 (Maschinen), 85 (Elektrotechnik und Elektronik) und 90 (Präzisions-, Mess- und Medizintechnik) – gilt: Nichtursprungsmaterialien dürfen bis zu 65 Prozent des Ab-Werk-Preises ausmachen. Anders gesagt: Auch wenn einzelne Komponenten aus Drittstaaten stammen, kann ein Produkt dennoch vom Zollvorteil profitieren, sofern die Ursprungsregel des Abkommens eingehalten ist.
✔️ Alternativ kann der Ursprung vielfach auch über einen Wechsel der Zolltarifposition begründet werden. Das ist für exportierende Unternehmen besonders relevant, weil internationale Lieferketten dadurch nicht vom Präferenzzugang ausgeschlossen werden.
Auswirkungen fĂĽr Malaysia und die Schweiz
Auch Malaysia profitiert substanziell vom Abkommen. Für den weiteren Ausbau seiner Industrie benötigt das Land moderne Investitionsgüter wie Werkzeugmaschinen, Maschinen und Anlagen, Mess- und Automatisierungstechnik sowie Umwelttechnologien etwa für Wasseraufbereitung, Energieeffizienz oder Emissionsminderung. Wenn die Zölle auf solche Güter wegfallen, werden diese für malaysische Unternehmen günstiger und erleichtern Investitionen in industrielle Modernisierung, Produktivität und Umweltschutz.
Gleichzeitig verbessert das Abkommen die Absatzchancen malaysischer Exporte in die EFTA-Staaten. In der Schweiz fällt der Zusatzeffekt auf der Importseite kleiner aus, weil die Industriezölle hier bereits seit dem 1. Januar 2024 unilateral abgeschafft sind. Zu den wichtigsten Ausfuhrgütern Malaysias zählen insbesondere Elektro- und Elektronikprodukte, daneben auch Maschinen, chemische Erzeugnisse, Palmölprodukte sowie weitere verarbeitete Industriegüter.
Menschenrechte, Arbeitsbedingungen und Umweltschutz in Freihandelsabkommen
Freihandelsabkommen fördern wirtschaftliches Wachstum und schaffen damit die Grundlage für sozialen und ökologischen Fortschritt. Das Engagement von Schweizer Firmen kurbelt die Wirtschaftsleistung an, schafft Arbeits- und Ausbildungsplätze und stärkt damit auch die Menschenrechts- und Umweltstandards vor Ort.
Mit MEEPA verpflichtet sich Malaysia, internationale Arbeits- und Umweltabkommen einzuhalten und bestehende Schutzniveaus nicht abzusenken. Ein Expertenpanel überwacht die Umsetzung und Konsultationen sorgen für Transparenz und Dialog. Besonders die Bestimmungen zur nachhaltigen Palmölproduktion zeigen, wie wirtschaftliche Öffnung konkrete Verbesserungen bewirken kann. Das Abkommen stärkt somit nicht nur den Handel, sondern auch die soziale und ökologische Verantwortung der Partner.
