Startseite TecTalk – Die Zukunft im Blick. «Ohne Rüstungsindustrie wird die Armee zur Farce»

«Ohne Rüstungsindustrie wird die Armee zur Farce»

Am 29. November stimmt die Schweiz über die Revision des Kriegsmaterialgesetzes (KMG) ab. Für Ständerat Werner Salzmann geht es nicht einfach um Exportregeln, sondern um das Überleben der bewaffneten Neutralität. «Ich will eine glaubwürdige Armee», begründet er sein Engagement für das moderne KMG.

Von Michael Perricone

Werner Salzmann, Ständerat SVP aus dem Kanton Bern, hat in diesen Wochen noch mehr zu tun als sonst: Er tritt an vielen Podien an, macht mit an Diskussionen und ist auch Gast im aktuellen TecTalk: Denn das neue, moderne KMG (Kriegsmaterialgesetz) sei entscheidend für die Schweiz, nicht fürs Ausland. Salzmann setzt sich voll dafür ein. «Wir brauchen eine heimische Rüstungsindustrie, damit wir den Unterhalt und Betrieb unserer Armee garantieren können.» Doch der Schweizer Markt allein reiche nicht, aus, damit die hiesige Verteidigungsindustrie überleben kann: «Von unserer Armee allein kann die Rüstungsindustrie in der Schweiz nicht leben. Sie muss auch exportieren können, damit die Existenz dieser Betriebe gesichert ist.»

ZT Industrielle Basis überlebenswichtig für Schweizer Armee

Gerade in Krisen sei die industrielle Basis für Rüstungsgüter unverzichtbar. Wenn Grenzen geschlossen und Lieferketten unterbrochen sind, brauche die Schweiz Fachkräfte, Know-how und Ersatzteile, um ihre Systeme selbst zu warten. Salzmann warnt: «Wenn wir die Rüstungsindustrie verlieren in der Schweiz, dann wird die Armee zu einer Fassade, zu einer Farce.»

Die Revision des KMG kann Schweizer Unternehmen wieder zu verlässlichen internationalen Partnern machen. Die 2021 eingeführten, restriktive Regeln haben Schweizer Unternehmen bereits viele Aufträge gekostet. Zudem wandern Investitionen und Fähigkeiten ins Ausland ab - bereits haben Firmen aus der Schweiz ausgelagert. Das schwäche direkt die Verteidigungsfähigkeit der Schweiz, warnt Salzmann.

ZT Ein Geben und Nehmen

Umgekehrt sichere die Exportfähigkeit der Schweizer Verteidigungsindustrie auch in Krisenzeiten den Zugang zu Gütern, welche die Schweiz nicht selbst herstellt: «Durch den Export haben wir auch ein Pfand in der Hand, das wir anderen Ländern bieten können, damit diese uns Material liefern, welches wir nicht selber herstellen.»

Für Salzmann widerspricht das der Neutralität nicht – sondern sichert sie materiell ab: «Wir wollen ja eine bewaffnete Neutralität. Wenn wir die Neutralität nicht bewaffnen können, dann wäre sie eine Farce.» Zugleich blieben Kontrollen bestehen; der Bundesrat könne Exporte stoppen.
ZT Waffen schützen

Auch den Einwand, Rüstungsgüter dienten nur dem Angriff, weist er zurück: «Waffen sind nicht nur da, um Leute anzugreifen. Waffen schützen!» Gepanzerte Fahrzeuge, Beobachtungs- und Übermittlungssysteme könnten Menschen und Staaten vor Angriffen schützen.

Für Salzmann läuft die Abstimmung damit auf eine Grundsatzfrage hinaus: Kann die Schweiz ihre Sicherheit und Unabhängigkeit aus eigener Kraft schützen? Seine Antwort: «Wenn die Rüstungsindustrie in der Schweiz wegbricht, haben wir im Krisenfall keinen Unterhalt mehr und dann haben wir keine bewaffnete Neutralität mehr.»

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Ja zur bewaffneten Neutralität dank neuem KMG
Alle reden über den Export von Rüstungsgütern – aber Ständerat Werner Salzmann sagt im neuen TecTalk: Es steht die bewaffnete Neutralität der Schweiz! Das Ja zum KMG brauche es vor allem wegen unserer eigenen Sicherheit.

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Letzte Aktualisierung: 16.10.2026, Michael Perricone