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Nein zur Nachhaltigkeitsinitiative: Jetzt erst recht Probleme lösen!

Swissmem begrüsst, dass die Bevölkerung die Nachhaltigkeitsinitiative abgelehnt hat. Das erfreulich klare Ergebnis gibt den Bilateralen III Auftrieb. Es darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Unmut in der Bevölkerung enorm ist: über die hohe Zuwanderung generell, die Missstände im Asylbereich und ungelöste Probleme bei der Infrastruktur. Klar ist auch: Politik und Wirtschaft haben viel Vertrauen verloren. Deshalb müssen die Herausforderungen nun endlich konsequent und gemeinsam bewältigt werden. Das gilt ganz zuvorderst für die Asylmigration: Die Politik muss nicht nur die Zahlen, sondern auch Missbrauch, Kriminalität und Integrationsprobleme ebenso wie fehlende Sprachkenntnisse in den Schulen endlich in den Griff kriegen. Auch die Wirtschaft steht in der Pflicht, die Zuwanderung im Zaum zu halten. Die Unternehmen der Tech-Industrie setzen sich seit jeher enorm für inländische Fachkräfte ein; dieses Engagement werden sie fortsetzen. Erfreut ist Swissmem über das Ja zur Revision des Zivildienstgesetzes. Es stützt die Armee angesichts der sich laufend verschlechternden Sicherheitslage.

Der knappe Ausgang der Abstimmung zeigt: Eine Mehrheit hat trotz nicht zu leugnender Herausforderungen kühlen Kopf bewahrt und sich gegen eine Initiative entschieden, die keine Lösung gebracht hätte – aber viele neue Probleme geschaffen hätte.

Doch der Unmut grosser Bevölkerungsteile – auch im Nein-Lager – ist im intensiven Abstimmungskampf deutlich zutage getreten. Er richtet sich gegen die starke Zuwanderung der vergangenen Jahre und den rasanten Wandel, ĂĽberlastete Infrastruktur und Wohnungsknappheit in den Zentren. Eine grosse Rolle spielen ungelöste Probleme im Asylwesen mit Kriminalität, mangelnder Integrationsbereitschaft, Missbrauch und fehlendem Durchgreifen von Politik und Behörden. Viele Menschen beschäftigt ein GefĂĽhl des Fremdseins im eigenen Land angesichts vieler ausländischer Mitarbeitender ohne lokale Sprachkenntnisse, insbesondere in Dienstleistungsbranchen, und fremdsprachiger Kinder in den Schulen. Und 
nicht zuletzt lässt sich nicht leugnen, dass Politik und Wirtschaft viel Vertrauen verloren haben.

Probleme lösen – Vertrauen zurückgewinnen

Nach dem heutigen Nein ist die Politik samt den Wirtschaftsverbänden deshalb erst recht gefordert, die von der Bevölkerung zu Recht adressierten Probleme zu lösen – mit entschlossenem Handeln (etwa im Asylwesen) und liberalen Lösungen wie im Wohnungswesen. Die Zahlen im Asylwesen sind auf das Minimum zu begrenzen, Ausschaffungen zu maximieren, Anpassungen bei internationalen Verträgen und beim Europäischen Menschenrechtsgerichtshof einzufordern und den Respekt unserer Gesetze und Werte durch Asylsuchende einzufordern.  

Die Wirtschaft steht in der Pflicht, ihre BemĂĽhungen fortzufĂĽhren, um den Menschen in der Schweiz einen sicheren Arbeitsplatz und Perspektiven zu bieten – auch wenn dies viel schwieriger ist, als es Schlagworte im Abstimmungskampf glauben machen wollen. Dazu muss die Politik Anreize schaffen, damit sich Erwerbsarbeit auch lohnt. Auf jegliche Lohnnebenkostenerhöhungen ist zu verzichten, denn dieses Geld fehlt den Mitarbeitenden im Portemonnaie. Zudem sind Fehlanreize zu beseitigen: So ist zu prĂĽfen, wie Subventionen im Gesundheitswesen, fĂĽr Wohnungen, Krippen etc. an den Beschäftigungsgrad gebunden werden können. Weiter soll dem steigenden Bestand an IV-Rentnerinnen und -Rentnern aufgrund psychischer Probleme mit gezielten Anreizen und verstärkter Arbeitsmarktintegration begegnet werden.  

Stark engagieren werden sich weiterhin die Unternehmen der Tech-Industrie. Sie setzen seit jeher auf inländische Fachkräfte – sei es mit der Ausbildung von 20'000 Lernenden, dem Engagement für Technik- und Mädchen-Förderung ab dem Vorschulalter oder dem Fokus auf Weiterbildung der eigenen Fachkräfte bis zum ETH-Abschluss. Dies trug dazu bei, in den vergangenen 15 Jahren den Ausländeranteil unter den Mitarbeitenden bei konstant rund 18% zu halten. Dennoch ist der Fachkräftemangel ein dauerhaftes Problem. Die Branche wird ihre Anstrengungen weiterführen – steuert aber unweigerlich auf enorme Herausforderungen zum Schaden der Allgemeinheit zu, sollten tatsächlich Kontingente eingeführt werden müssen.

Revision des Zivildienstgesetzes

Swissmem begrĂĽsst, dass das Volk die Anpassung des Zivildienstgesetzes gutgeheissen hat. Sie zielt darauf ab, den Wechsel von der Armee zum Zivildienst zu erschweren und so den personellen Bestand der Armee zu sichern. Angesichts der verschärften internationalen Bedrohungslage muss die Verteidigungsfähigkeit der Schweiz gestärkt werden. Das stĂĽtzt die Sicherheit der Schweiz, was auch der Attraktivität des Wirtschaftsstandortes zugutekommt. Die Armee braucht nicht nur mehr finanzielle Mittel. Sie braucht auch genĂĽgend Personal. 
 

Weitere AuskĂĽnfte erteilen: 

Noé Blancpain, Mitglied der Geschäftsleitung und Leiter Kommunikation & Public Affairs
Tel. +41 44 384 48 65 / Mobile +41 78 748 61 63
E-Mail n.blancpainnoSpam@swissmem.ch

Philippe Cordonier, membre de la direction et responsable Suisse romande
Tel. +41 44 384 42 30 / Mobile +41 79 644 46 77
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Letzte Aktualisierung: 10.06.2026